| Biographie
von Rosa Luxemburg 1871 - 1919 |
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Rosa
Luxemburg wurde am 5. März 1871 in Zamocz, einer Kleinstadt in der Gegend
von Lublin im damaligen Russisch-Polen geboren.
Einige Jahre nach Rosas Geburt übersiedelte die Familie nach Warschau. Dort
besuchte Rosa Luxemburg das zweite Mädchengymnasium, das erste war der russischen
Oberschicht vorbehalten. Während dieser Zeit lernt sie auch andere polnische und russische Emigranten kennen, wie Plechanow, Axelrod, Vera Sassulitsch und Leo Jogiches. Sie wohnt bei einer deutschen Emigrantenfamilie, Lübeck, mit deren Sohn sie später eine Scheinehe eingeht, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten. Diese Ehe wurde 1903 wieder geschieden.
Luxemburgs These war, das die Unabhängigkeit Polens nur durch eine allgemeine Revolution in Deutschland, Östereich und Rußland möglich wäre. Die Aufgabe sei daher nicht der Kampf für ein unabhängiges Polen, sondern der Kampf gegen den kapitalistischen Staat überhaupt. Dabei leugnete Rosa Luxemburg auch das Selbstbestimmungsrecht der Nationen, ein Fehler, den sie bis zu ihrem Tod nicht überwunden hat. Lenin
hat seinen Streit mit ihr 1913 kommentiert: "Darin besteht eben der Kernpunkt
des lächerlichen Fehlers Rosa Luxemburgs, dessentwegen sie schon vor langem
sowohl in der deutschen als auch in der russischen Sozaildemokratie (1903) ausgelacht
wurde: daß man aus Furcht, dem bürgerlichen Nationalismus der unterdrückten
Nationen in die Hände zu arbeiten, nicht nur dem bürgerlichen, sondern
selbst dem reaktionären Nationalismus der unterdrückenden Nationen in
die Hände arbeitet." 1893
kommt es zur Spaltung der PPS und der Gründung der "Sozialdemokratie
des Königreichs Polen", deren Vorsitzende Rosa Luxemburg und Leo Jogiches
sind. Etwas später schließen sich Gruppen polnischer Arbeiter aus den
Gebieten Grodno und Wilna an (u. a. auch Felix Dzierzynski), so daß die
Partei in "Sozialdemokratie des Königreichs Polen und Litauens"
umbenannt wird. 1897 beendet Rosa Luxemburg ihr Studium, erhält den Titel Dr. jur. und siedelt nach Deutschland über, um unter den polnischen Arbeitern in Posen und Oberschlesien legal zu arbeiten. Sie arbeitet unter anderem für die Leipziger Volkszeitung und organisiert Versammlungen der polnischen Arbeiter. Nach
einigen Jahren nimmt sie ihren festen Wohnsitz in Berlin. Zu dieser Zeit vertrat
Eduard Bernstein die Behauptung, der Kapitalismus hätte sich geändert,
sei friedlich geworden und eine Aussöhnung der alten Gegensätze sei
möglich. Bernstein forderte, den Sozialismus als Ziel aufzugeben, nicht für
die Revolution sondern für Reformen einzutreten. Dagegen schrieb Rosa Luxemburg
1899 ihr Buch "Sozialreform oder Revolution", eine gründliche Abrechnung
der Ideen Bernsteins. Die russische Revolution von 1905
Und während die Reformisten in der SPD Rosa noch als "das tapfere Heldenweib" verspotten, ist sie schon unterwegs nach Warschau. Allerdings wird sie am 4. März 1906 zusammen mit Leo Jogiches verhaftet. Zuerst kommt sie in eine Einzelzelle im Warschauer Rathaus, dann in den berüchtigten 10. Pavillion der Warschauer Festung. Schließlich
gelang es ihren Freunden, sie am 28. Juni auf Grund eines ärztlichen Attestes
und gegen eine Kaution von 3000 Rubel frei zu bekommen. Nach einem Monat erhält
sie die Erlaubnis, Warschau zu verlassen. Ihre Erfahrungen hat sie in der Brochüre
"Massenstreik, Partei und Gewerkschaften" zusammengefaßt. 1907 wurde Rosa Luxemburg als Dozentin für politische Ökonomie an die Zentrale Parteischule der deutschen Sozialdemokratie berufen. Aus
ihren Vorlesungen entstand die "Einführung in die Nationalökonomie",
die erst fünf Jahre nach ihrem Tod herausgegeben wurde. Das Buch ist unvollständig
geblieben, da nur ein Teil des Manuskripts in ihrem Nachlaß gefunden wurde. 1910 nahmen die Wahlrechtskämpfe gegen das Dreiklassenwahlrecht einen neuen Aufschwung, in Berlin demonstrieren 100 000 Menschen und in vielen Städten des Reiches kommt es zu blutigen Zusammenstößen mit der Polizei. Für
Rosa Luxemburg ist es klar, daß "die preußische Wahlreform unmöglich
durch parlamentarische Mittel gelöst werden kann, nur eine unmittelbare Massenaktion
draußen im Lande vermag hier Wandel zu schaffen". Aber
plötzlich reißt die Bewegung ab. Der sozialdemokratische Parteivorstand
hatte in einem geheimen Rundschreiben die Weiterführung der Kampagne verboten!
Karl Kautsky, der als der größte Theoretiker der SPD gilt, tritt jetzt
offen gegen Rosa Luxemburg und die öffentliche Erörterung des Massenstreiks
auf. Kautsky lehnt auch die Forderung der Republik ab. In
diesem Zusammenhang nahm Rosa Luxemburg etwas später auch noch einmalStellung
zum Frauenwahlrecht (12. 5. 1912) Der
erste Weltkrieg Wie konnte es soweit kommen ? Rosa Luxemburg versucht diese und andere Fragen zu klären. Ihre berühmt gewordene Junius-Broschüre, im April 1915 heimlich im Gefängnis geschrieben und ein Jahr später illegal in Deutschland verbreitet, versucht Antworten zu geben. Die Novemberrevolution Als Rosa Luxemburg am 10. November 1918 in Berlin entrifft, ist die Novemberrevolution bereits in vollem Gange. Der Kaiser hatte abgedankt und war in die Niederlande geflohen. Sein letzter Kanzler, Max von Baden, hatte die Regierung an den Sozialdemokraten Ebert übergeben, der darauf gestand: "Ich hasse die soziale Revolution wie die Sünde." Überall wurden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. Während die rechten Sozaildemokraten bereits ihr Bündnis mit Hindenburg und Groener abgeschlossen hatten, blieben die Unabhängigen (USPD) weiter untätig. Die Führer des Spartakusbundes, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Wilhelm Pieck, Leo Jogiches, Clara Zetkin, Franz Mehring u.a., taten in diesen Tagen Übermenschliches, um der Revolution Ziel und Richtung zu geben. Rosa Luxemburg, die schon mit angegriffener Gesundheit aus dem Gefängnis gekommen war, wurde die Seele der neugegründeten "Roten Fahne". Der
Forderung nach Bildung einer Räteregierung stellten die SPD und die anderen
bürgerlichen Parteien die Losung der Nationalversammlung entgegen, die auf
die Bewahrung der alten Verhältnisse mit einem neuen Parlament hinauslief.Gleichzeitig
gründete der sozialdemokratische Stadtkommandant von Berlin, Otto Wels, eine
Soldatenwehr von 15 000 Mann, die eine zuverlässige Truppe gegen die Revolution
bildete. Aber
es fehlte nicht nur das Programm, sondern auch die klare organisatorische Trennung
von der SPD. Endlich, am 31. Dezember 1918, wurde die KPD gegründet. Zur
gleichen Zeit liefen schon die Vorbereitungen zur Niederschlagung der Revolution.
General Groener hat später ausgesagt: "Am 29. Dezember hat dann Ebert
Noske herangerufen, um die Truppen gegen Spartakus zu führen. Am 29. sammelten
sich die Freiwilligenverbände, und nun konnte der Kampf vor sich gehen."
Unter beleidigenden Vorwürfen wurde der Berliner Polizeipräsident Eichhorn (USPD) abgesetzt und durch Eugen Ernst (SPD) ersetzt. Es kommt zu großen Demonstrationen, zu denen die Obleute, die USPD und die KPD aufrufen. Nach Provokationen wird das Zeitungsviertel besetzt. Eugen Ernst: "Wir haben Spartakus zum frühen Losschlagen gezwungen. Sie mußten angreifen, ehe sie es wollten, und wir waren deshalb in der Lage, ihnen zu begegnen." Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht u.a. erkannten die Gefahr und waren gegen den Aufstand. Als er aber nicht zu verhindern war, taten sie alles, um ihn zum Erfolg zu führen. Und wieder begannen die Führer der USPD Verhandlungen mit Ebert. Die
Berliner Arbeiter unterlagen in jenen Januartagen, denn ihre Führer schwankten
und zauderten, - und die KPD war noch viel zu schwach, um die Führung zu
übernehmen. Der
Mord an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg Am Abend des 15. Januar 1919 wurden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg zusammen mit Wilhelm Pieck in Wilmersdorf verhaftet. Wilhelm Pieck hat davon später berichtet: "Durch einen noch nicht aufgeklärten Verrat war aber den Weißgardisten bereits am nächsten Tag der neue Aufenthalt von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht bekannt geworden. Als der Verfasser dieses Artikels am Abend des 15. Januar gegen 9 Uhr die beiden Genossen in ihrer Wohnung aufsuchen wollte, war die Wohnung militärisch besetzt und Karl Liebknecht schon verhaftet und abtransportiert worden. Rosa Luxemburg befand sich noch in der Wohnung und wurde von mehreren Soldaten bewacht. Auch ich wurde beim Betreten der Wohnung von den Soldaten festgenommen und durchsucht. Nach kurzer Zeit kam eine Anzahl Soldaten unter Führung von zwei Zivilisten, die der Wilmersdorfer Einwohnerwehr angehörten, einem Ingenieur Lindner und einem Gastwirt Mehring, um die Wohnung zu durchsuchen. Sie zwangen Rosa Luxemburg, die wegen heftiger Kopfschmerzen im Bett lag, aufzustehen und sich anzukleiden, und nach kurzer Zeit wurden sie und ich auf die Straße geführt und genötigt, ein Auto zu besteigen, das nach kurzer Fahrt vor dem Eden-Hotel, einem der größten Berliner Hotels in der jetzigen Budapester Straße, hielt. ... Rosa Luxemburg wurde sofort in die erste Etage des Hotels gebracht, wo ein Hauptmann Pabst als sogenannter Gerichtsherr sie einer Vernehmung unterzog." Den Mord an Rosa Luxemburg schildert E. Gumbel so:
Man
fuhr zwischen Landwehrkanal und Zoologischem Garten entlang. Seitdem sind mehr als 80 Jahre vergangen. Doch jedes Jahr am 2. Wochenende im Januar findet in Berlin eine Demonstration zum Gedenken an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg statt. Diese Biographie haben wir von den folgenden Website und Näheres dazu findet sich dort auf der Homepage: http://www.felix2.f2s.com/deutsch/rlid.html.
Schriften von Rosa Luxemburg
Ihre
Redaktion, Oktober 2001 | |