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eine Partie Schach gefällig?Schach spielen?

Zur Geschichte

Mittelalterliche Schriften, Ritterromanzen und eine große Auswahl von Dokumenten und Kunstwerken zeigen uns Schach als antikes Spiel. Wir wissen, daß Schach im Mittelalter sehr beliebt war und im christlichen Abendland durch die Araber eingeführt wurde, deren bemerkenswerte Leidenschaft für dieses Spiel seit den Anfängen des Islam allgemein bekannt ist.

Es wird auch bekundet, daß die Araber das Schachspiel bei der Eroberung Persiens zur Zeit der Herrschaft des Kalifen Omar I. (638-651) und daß die Perser ihrerseits es durch die Hindus kennenlernten. Al-Adli, einer der ersten islamischen „Großmeister“ und Geschichtsforscher des Spiels, schrieb im Jahre 840:

„Es wird allgemein anerkannt, daß in Indien drei Dinge geschaffen wurden, die zu dieser Zeit erst- und einmalig waren. Vergleichbares gab es nirgendwo. Diese drei Dinge sind: das Buch der Fabeln, Kalila und Dimna, die neun Zahlen, mit denen man bis unendlich zählen kann, und das Schachspiel.“ Einen noch etwas älteren Bezug findet man in der persischen Romanze Karnamak um das Jahr 580. Ihr größter Wert liegt darin, daß sie erhellt, wie wichtig das Schachspiel zu Ende des 6. Jahrhunderts in Persien war, da es sogar in einem Heldenepos und als eine der Tugenden des Volkshelden Artachschir (Artaxerxes) erwähnt wird – das Spiel muß wahrhaft populär gewesen sein.


Die Entstehung des Spiels

Schach dürfte nach Meinung der Experten in Indien entwickelt worden sein. Man kannte es zuerst als chaturanga, ein Wort aus dem Sanskrit, das für die vier Gattungen einer Armee steht – Elefanten, Pferde, Wagen und Fußsoldaten. Der oder die Erfinder des Schachs griffen für die Vorhaben, ein Kriegsspiel zu schaffen, auf etwas schon bestehendes zurück. Das Brett mit 8 x 8 Feldern ist viel älter als das Schach und wurde bereits in vergangenen Kulturen für verschiedenen Zwecke benutzt. In Indien spielte man auf diesem Brett mit 64 Feldern ein beliebtes Würfelspiel namens Ashtapada, und schon in dem Mahabharta wird von einer Wette um ein riesiges Vermögen zwischen zwei Fürsten erzählt, die durch das Spiel Ashtapada entschieden wurde.


Legenden und Symbole

Die Wahl des Bretts mit 64 Feldern könnte auch durch ein magisches oder symbolisches Zahlenverständis beeinflußt worden sein; die Hindu-Mystik, später auch die islamische, verband mit der Zahl 8 und ihren Vielfachen Vorstellungen von Ganzheit, Vollendung und Harmonie. Die Orakel des I-Ging bestanden aus genau 64 Teilen. Oder durch die magische Bedeutung der Zahl für die islamische Mystik, sie diente sogar als Grundlage für die Berechnung der entstehenden wissenschaftlichen Astronomie. Die berühmte Legende mit den Weizenkörnern spiegelt diese dunkle mit dem Ursprung des Schachs verbundenen Zahlenzusammenhänge wieder. In der ältesten geschriebenen Fassung, der von al-Yaqubi aus dem Jahre 907, ist es z.B. Absicht des Erfinders, durch Schachmatt eine Königin metaphorisch vom Tode ihres Sohns zu unterrichten. Der Erfinder bittet als Belohnung um ein Weizenkorn auf dem ersten Feld des Bretts, zwei auf dem zweiten, vier auf dem dritten usw. Zum Erstaunen des Monarchen kann die „bescheidene“ Bitte nicht erfüllt werden, denn die Endzahl, die schon die Hindus und Araber kannten, entspricht 264-1 oder 18.446.744.073.709.551.615 Weizenkörnern. Diese Menge würde nach Berechnungen des englischen Mathematikers Lodge genügen, um ganz England bis zu einer Höhe von mehr als 30 Fuß oder 10 Metern zu bedecken.


Die Verbreitung des Schachspiels

Asien kann ohne Übertreibung der Kontinent des Schachs genannt werden; noch heute kann sich jeder Tourist in einem asiatischen Land – ebenso wie im Jahre 1509 der portugiesische Eroberer Diego López – angesichts der unübersehbaren Verwandtschaft der dort gebräuchlichen Schacharten mit unserem Schach nur wundern. Am ausgeprägtesten und fruchtbarsten entwickelte sich das Schachspiel über Persien und die islamische Welt nach Westeuropa.


Die Entstehung des modernen Schachspiels

Während des 15. Jahrhunderts erfährt das alte arabische und mittelalterliche Schach eine Modifikation in der Gangart zweier seiner Figuren. Der Läufer bewegt sich statt des begrenzten Sprungs aufs dritte Feld fortan frei auf allen Diagonalen. Und der arabische „Farzin“, der Berater des Königs, wandelt sich in die mächtigste Figur, die Dame, um. Diese vereinigt nun in sich die Beweglichkeit des Turms und des neuen Läufers. Die Folgen für Taktik und Strategie des Spiels sind gewaltig, das Schachspiel erobert von da an eine neue technische Dimension, was sein Überleben bis in unsere Tage bewirkt hat.